Fussball ist...
Arsène Wenger

Es heißt, wenn dich 50 Prozent der Leute lieben und 50 Prozent der Leute hassen, ist das die perfekte Voraussetzung, um ein Rockstar zu werden. Dass solche Weisheiten oft nicht mal das Papier wert sind, auf dem sie stehen, beweist der Protagonist dieses Textes: Arsène Wenger. Kaum ein Fussballtrainer hat in den vergangen Jahren die Anhänger eines Vereins so sehr gespalten wie er. Und doch könnte das Rockstar-Image nicht weiter von ihm weg sein. Nach dem gerade verpassten Einzug in das Europa League Finale hat er noch zwei Spiele auf der Betreuerbank des FC Arsenal vor sich. Tritt er Ende Mai (zumindest) von der Londoner Bühne ab, kann man wahrlich vom Ende einer Ära sprechen. Einem Ende, dass von den höchsten Höhen und aus Fan-Perspektive wohl auch von den tiefsten Tiefen geprägt wurde. (mehr …)

Am Kickplatz
Ein Gurkerl für die Ewigkeit

Jeder Fussballfan in Österreich weiß, was ein Gurkerl ist. Während man in Deutschland getunnelt wird, kriegt man das Gurkerl hierzulande geschenkt, ja geradezu passiv hilflos vom Gegner verpasst. Freude kommt beim Beschenkten dabei nie auf. Was bleibt, ist immer das Gefühl, ziemlich blöd dazustehen, meistens auch noch begleitet von einem höhnischen Raunen der Zuschauer und Gegenspieler. Besonders heikel ist es aber, wenn der Mann oder die Frau zwischen den Pfosten betroffen ist. Ein Gurkerl-Tor durch die Beine des Goalies, das ist Magie, eine Auszeichnung für jeden Stürmer. Rund um diese Spezialdisziplin des fussballerischen Zweikampfes begleitet mich seit Jahren eine Geschichte meines guten Freundes und Spielfrei-Kollegen Alex Stegisch, die er bei so gut wie jedem Spiel der Nationalmannschaft mit den Worten “Hey Burschen, wisst’s noch…” einleitet und dann zum gefühlt tausendsten Mal erzählt. Fairerweise muss man sagen, dass sein Mitteilungsdrang in letzter Zeit ein bisschen abgenommen hat. Einerseits wahrscheinlich, weil rundherum immer alle zufällig aufs Klo, dringend telefonieren oder sich etwas zu trinken holen müssen, wenn er zur Erzählung ansetzt. Andererseits liegt es sicher auch daran, dass Robert Almer nicht mehr im Tor der Nationalelf steht. Der Mann, den er in einem epischen Kampf bezwungen hat. Und zwar nicht irgendwie, sondern eben mithilfe eines meisterhaft ausgeführten Gurkerls. Ein historischer Fussballmoment für Herrn Stegisch, leider unbemerkt vom Rest der Welt. Nachdem ich selbst dabei war, kann ich bezeugen, dass das Ganze zumindest nicht erfunden ist, wenn auch schon sehr lange her und weit weg von den Sphären des Profifussballs. Anfang der 2000er-Jahre spielten wir unter dem ziemlich idiotischen Mannschaftsnamen “Johanns heiße Eisen” mit einer durchaus vorzeigbaren Mannschaft gelegentlich bei Streetsoccer-Turnieren, mehr oder weniger erfolgreich. In St. Ruprecht/Raab trafen wir dabei dann einmal auf Robert Almer und seine Jungs. Ob wir damals gewonnen oder verloren haben, weiß ich nicht mehr mit Sicherheit, geblieben ist auf jeden Fall der narrative Ohrwurm vom Gurkerl für die Ewigkeit, der mich zu dieser Ausgabe von “Am Kickplatz” führte.

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Nachlese: Hey, Trainer!

Sie sind leider oftmals das schwächste Glied in der Kette. Wenn es für die Mannschaft nicht gut läuft, müssen sie meistens als erstes daran glauben. Die Rede ist von den Trainern. Es gibt sie in allen Varianten: klein, groß, leise, laut, dünn, dick, elegant im Designeranzug und leger im Trainingsanzug. Grund genug für Adelmaier und Steghauser, sich in Jubiläumsepisode 10 einmal im Detail dieser Vielfalt zu widmen.

© spielfrei.at

Um etwas Struktur in die Diskussion zu bringen, fassen wir die wichtigsten Trainer-Typen zusammen, jeder Typ ist mit seinen eigenen Stärken und Schwächen ausgestattet.

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Episode 10 – Hey, Trainer!

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Adelmaier & Steghauser behandeln heute das Thema Trainertypen. Wie kann man Trainer kategorisieren? Und welche Vor- und Nachteile hat jeder Typ? Außerdem versucht Steghauser die WM-Vergabe zu retten, wir haben “Die großen 10 Trainerbestellungen” und die neue Rubrik “Adelmaier’s Anekdote”.

 

 

Das Zeit- und Strafraum Kontinuum: 
Minute 48 – Fussballeuropa der Regionen, ein Planspiel (Teil 2)

Was bisher geschah:

Hier könnt ihr euch die bisherigen Einträge rund um die fünf Jungs, die vor dem Fernseher ein Fussballspiel verfolgen, lesen. Nun aber viel Spaß mit der aktuellen Ausgabe:


Die fünf Freunde reden sich in ihren Europa zersetzenden Planspielrausch.

Adelmann: „Südtirol, seit Jahren bestens funktionierende Kleinstregion Italiens, wird die Gelegenheit zum „Anschluss“ an Tirol, die sich durch den Zerfall anderer italienischer Regionen eigentlich ergab, nicht nutzen. Es wird einen eigenen Kleinststaat ausrufen. Hauptsächlich deshalb, weil Österreich wegen dem Wegbrechen der Steiermark und Kärntens – aber noch nicht Krains, das trotz Bestrebungen eines Zusammenschlusses des alten Herzogtums Steiermark, Kärnten und Krain wegen des von den Krainern als sinnlose angesehenen Großstaatdenkens Sloweniens noch slowenisch bleiben wird müssen – auf einen kleinen mitteleuropäischen Streifen zusammengeschrumpft ist, der in den Augen Südtirols keinen Zusammenschluss wert ist. Den Vereinen wird das nur zugutekommen, da sie sich lokalen Derbys widmen können und endlich keinem europäischen Konkurrenzkampf mehr ausgeliefert sein werden. Sturm gegen Wolfsberg wird ein Klassiker werden.“

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