Das Zeit- und Strafraum Kontinuum
Minute 51 – Die vier Reiter der Fussballapokalypse

Die fünf Freunde kleben fest an ihren, in der ersten Halbzeit erkämpften, Sitzpositionen. Es klingelt nochmals.

Posch, dessen Sitzposition am Boden neben der Couch unbequem ist, sagt: „Der Hausherr geht.“

Adelmann, der Hausherr, dessen Position auf der Couch neben dem Bier- und Snacktisch, äußerst bequem und praktisch zugleich ist, sagt: „Der am Boden sitzende Pöbel geht.“

Schwarz, ebenfalls eine erhöhte Position auf der Couch innehabend, fügt hinzu: „Die Pforte ist dem Pöbel am Boden ein zu Öffnendes. Das würde der lateinische Plebs wohl sagen.“

Troissler: „Ich bin Spartacus. Und weil ich muss….mach ich gleich auf.“

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Das Zeit- und Strafraum Kontinuum
Minute 45 – Engländerei: Der Erfolg der englischen Lümmel

Die Freunde sitzen zusammengekuschelt auf der Coach und vor der Coach. Sie sehen still auf das Spiel im Fernsehen – wortlos, jedoch nicht gedankenlos. Wie in Trance, ausgelöst durch eine fantastische erste Halbzeit, starren sie auf den Bildschirm, gehen aber einem gemeinsamen Gedanken nach. Sie leben in einer Zeit, in der sich ihre Welt um den Ball dreht und der Ball um ihre Welt. Sie sind ein paar Wenige von Vielen, die dem Spektakel frönen, die Stadien auf- und manchmal heimsuchen, die Spiele gemeinsam und alleine im Fernsehen verfolgen, Highlights am Handy streamen, Statistiken und Tabellen in Zeitungen studieren, Fussballzeitschriften abonnieren, Podcasts hören und produzieren, Fanartikel kaufen, Teamfarben mit Stolz und Freude tragen und trotz bereits gebrechlicher Knochen noch selbst gegen den Ball treten. Sie lieben Fussball. Sie leben Fussball. Sie tragen, wie beinah die ganze Welt, den Fussball in den Alltag mit. Der Fussball wird dadurch zum allgemeinen Kulturgut.

Posch, Stegisch, Schwarz, Troissler, Adelmann in Gedanken: „Die Gegenwart ist schön.“ (mehr …)

Kurvenblick
Zürich- (k)eine Fussballstadt?
China, Derby & der lange Kampf um ein Fussballstadion

In den letzten zwei Jahren brannte es beim Grasshopper Club Zürich (GCZ) lichterloh und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nun der Paukenschlag: Der einst stolze Grasshopper Club wurde nach China verkauft. Nach 17 Jahren erfolgloser Suche hat die Grasshopper Fussball AG also neue Geldgeber gefunden. Die Champion Union HK Holdings Limited aus Hongkong übernimmt die Aktienmehrheit. Und wechselt gleich einmal das Management aus. Besitzerin wird Jenny Wang, die Ehefrau von Guo Guangchang, dessen Firma Fosun die Wolverhampton Wanderers besitzt.

Die Zeiten, als der GC aus gesellschaftspolitischen Gründen und Gönnerhaftigkeit aus der Zürcher Wirtschaft unterstützt wurde, sind vorbei. Dieser Kulturwandel wird zu einer riesigen Herausforderung werden, geraten doch die Grasshoppers mit diesem Schritt als kleines Rädchen in die gewaltige Maschinerie und den Einflussbereich eines chinesischen Großkonzerns. GC ist Teil eines weltweiten Konstrukts geworden, das mit dem Kauf und Verkauf von Spielern Gewinn machen will. Und das dafür einen Weg sucht, um die strenger gewordenen Regeln der FIFA zu umgehen. (mehr …)

Podcast
Episode 30 – Remote Session mit Ian McCourt

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© spielfrei.at

Ladies and gentlemen, wir feiern Jubiläum! Podcast Episode Nr. 30 ist draußen und ab sofort auf allen gängigen Kanälen verfügbar. Den Umständen entsprechend setzen wir wieder auf eine Remote Session, haben dafür aber einen umso cooleren Gast bei uns: Onefootball-Mitbegründer und Podcastkollege Ian McCourt, der uns aus Berlin zugeschaltet ist. Mit dem irischstämmigen Journalisten, der auch schon für große britische Zeitungen wie The Guardian oder The Telegraph tätig war, sprechen wir über die aktuelle Krisenstimmung im europäischen Fussball, Ersatzbeschäftigungen in der fussballfreien Zeit, All-Time-Klassiker und seine Anfangszeiten bei Onefootball. Wir wünschen euch wieder viel Spaß beim Hören (this time in English) und bleibt uns auch die nächsten 30 Folgen treu!

| Produziert von der soSTEGISCH Kreativagentur | 

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Kurvenblick
Süditalien-Tour:
Ein Lokalaugenschein im Land der Ultras

Warum habe ich damals nicht „nein“ gesagt? „Nein Papa, geh du alleine zum Fussball! Fussball interessiert mich nicht! Fussball ist langweilig!“ Was wäre mir nicht alles erspart geblieben: schmerzende Knochen und lädierte Gelenke; das Gefühl, wenn man wieder mal eine 0:10 Klatsche bekommen hat; bei Minusgraden im Gästeblock des Mattersburger Pappelstadions die nächste sportliche Enttäuschung erleben; tausende Kilometer und unzählbare Stunden quer durch Europa mit Auto, Bus, Bahn oder in der Luft zum nächsten Spiel reisen. Vielleicht hätte ich mich unter anderen Umständen nie für Fussball interessiert. Doch es kam anders. Anstatt vor dem Bildschirm zu hocken und irgendwelche Online-Games zu zocken, tingeln wir zu dritt im Dunkeln über die „Strada del Sole“ durch die italienische Pampa zwischen Kalabrien und Kampanien. Aber alles der Reihe nach. (mehr …)