Fussball ist...
FIFA

Wenn am 28. September FIFA 19 erscheint, geht die Fussballspielserie in ihre 26. Saison. Abgesehen von diversen Sonderausgaben zu Weltmeisterschaften, Champions League oder Straßenfussball veröffentlicht Herausgeber Electronic Arts unter dem kanadischen Label EA Sports jedes Jahr im Herbst eine neue Instanz der Serie. Für mich persönlich ist es die 24. Ausgabe des Spiels, das sich offiziell als Fussballsimulation bezeichnet. Angefangen vom Game Boy, über Nintendo 64, PC und diverse Playstations hat mich der virtuelle Kick all die Jahre begleitet. Natürlich führt das zu einer Diskussion, die vermutlich vielen Fans der Serie bekannt ist: Jetzt kaufst du schon wieder ein FIFA? Ist das nicht jedes Jahr dasselbe?

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Kurvenblick
Der Traum von Amsterdam

Während die meisten Fussballfans und solche, die zu Beginn eines jeden Großereignisses plötzlich dazu mutieren, im heurigen Juni völlig dem WM-Fieber erlegen waren, beschäftigte mich zu dieser Zeit bereits ein anderes Thema. Die Europapokal-Auslosung stand vor der Tür und damit einige Fragen: Wer ist dabei? Wer ist ein möglicher Gegner? Und wie komme ich dorthin? Leider war die Spannung recht schnell dahin, als bekannt wurde, dass für meinen Herzensverein Sturm Graz nur der FC Basel oder Ajax Amsterdam als mögliche Gegner in der zweiten Quali-Runde in Frage kommen würden. Den Modus der Ziehungen durchblicke ich ja schon längst nicht mehr, lässt sich der Alt-Herren Club in Nyon ja alljährlich ein neues Prozedere einfallen.

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Kristina Inhof
„Man sollte kein Modepüppchen sein…“

Wie bereits vor einigen Tagen angeteasert, haben sich Alex und Stefan kürzlich auf das ORF Gelände am Küniglberg verirrt. Wobei, „verirrt“ trifft es nicht ganz, hatten sie doch dort eine besondere Verabredung. Es freut uns sehr, dass wir nach dem spannenden Interview mit Viktoria Schnaderbeck im Vorjahr nun abermals mit einer wahren Fussballexpertin sprechen durften. Die Rede ist von Sportjournalistin und Moderatorin Kristina Inhof.

Nachdem die Weltmeisterschaft in Russland noch nicht allzu lange zurückliegt, wollten wir wissen, wie anstrengend die tägliche Arbeit vor der Kamera ist und welche Mannschaft sie im Turnierverlauf besonders überraschen konnte. Außerdem hat uns ihr Weg zum Job als Moderatorin interessiert, die Art und Weise, wie sie sich auf Sendungen vorbereitet und natürlich, wie gut der Schmäh mit Herbert Prohaska läuft. Viel Spaß beim Lesen!

© spielfrei.at

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Kurvenblick
COME ON, BOYS IN RED & YELLOW!

Spielfrei auf Malta: Birkirkara vs. KÍ Klaksvík

Eigentlich ist es ja grundsätzlich falsch, einen Artikel mit eigentlich zu beginnen, aber was soll’s. Denn eigentlich berichte ich in meiner Kolumne ja hauptsächlich über das Geschehen am Rande des Spielfeldes. Darauf konzentriere ich mich zum Großteil der neunzig Minuten, nur bei spannenden Darbietungen am grünen Geläuf steht auch für mich das eigentliche Spiel im Mittelpunkt. Es kann durchaus vorkommen, dass ich mich Jahre später noch an jede einzelne Pyro-Aktion oder anderweitige Spektakel abseits des Rasens erinnern kann, vom eigentlichen Spielgeschehen, geschweige denn vom Ergebnis, aber nicht mehr den blassesten Schimmer habe. Mein Reisebericht macht dieses Mal eine kleine Ausnahme.

Der Urlaub auf Malta hätte sich eigentlich rein auf Kultur- und Badevergnügen beschränken sollen, aber es kommt halt immer etwas anders, als man denkt. Kurz vor der Abreise stellte ich mit Vergnügen fest, dass in der „Vorqualifikation” der Qualifikation zur Europa League 2018/2019 (warum auch immer noch eine zusätzliche Runde benötigt wird) von den meisten wohl völlig unbemerkt schon wieder der Ball rollen sollte, während sich die WM in Russland bereits auf die heiße Phase zubewegte. So eine Europapokal Auslosung vertieft ja die Geographiekenntnisse besser als jeder Sachkundeunterricht. Wo liegt eigentlich Kutaisi? Spielt Víkingur Gøta auf Island oder doch auf den Färöer? Und wo trägt eigentlich Qarabağ FK seine Heimspiele aus? Mit tatkräftiger Unterstützung von Google wurde ich schließlich auf das mit Spannung erwartete und die Massen elektrisierende Duell zwischen Birkirkara (Malta) und KÍ Klaksvík (Färöer) am 28.6.2018 aufmerksam. Auch wenn ich mich selbst nicht als Stadien- oder Länderpunkte sammelnden Groundhopper bezeichne, nehme ich so einen “Klassiker” doch dankend mit, wenn ich schon mal vor Ort bin. Es müssen ja nicht immer nur die großen Derbys und „Risikospiele“ sein.

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Das Zeit- und Strafraum Kontinuum
Minute 45+1:
Sex or Soccer? Kicker und Ficker bei der geilsten Nebensache der Welt

Was bisher geschah:

Hier könnt ihr euch die bisherigen Einträge rund um die fünf Jungs, die vor dem Fernseher ein Fussballspiel verfolgen, lesen. Nun aber viel Spaß mit der aktuellen Ausgabe:


Zum x-ten Mal wird die erotischste Szene der ersten Halbzeit im TV wiederholt. Der Freistoßschütze zieht sich im Zeitlupentempo die eng geschnittene Hose hinauf, sodass die knappen Hosenbeine nach innen verschwinden. Sein bestes Stück wird nur noch bedeckt von einem Hauch aus Polyester und Baumwolle. Quasi ein modernes Feigenblatt, wie es einstmals den Intimbereich barocker, humanistischer Davidfiguren verdeckte. Der Schütze weiß, dass der Vergleich mit Michelangelos David durchaus berechtigt ist. Beide werden sie bewundert, über beide werden Geschichten geschrieben, Bilder vervielfältigt und Legenden gesponnen. Beide sind sie übermenschlich muskulös geformte Statuen: der eine aus weißem Marmor, der andere aus Fleisch und Blut. Beide verstecken ihre göttlichen Körper nicht vor den voyeuristischen Augen ihrer Betrachter. Beide tragen ihr Haar im zeitgemäßen Stil: der eine lockig, der andere pomadig. Der Blick des Schützen, kurz bevor er zum Stoß anrennt, ist ähnlich stechend wie Davids Augen. Hier endet die Gemeinsamkeit. David ist ein Held, eine biblische Figur, in Stein gemeißelt, aber zugleich zurückhaltend, bescheiden, einer von uns. Nicht so der Schütze: Seine Augen wenden sich uns zu. Er sucht den Blickkontakt, weiß, wo die Kameras ihm am besten in die Augen schauen, damit sein Blick die Zuschauer durchbohren kann. Damit gibt er zu verstehen: Betrachtet mich, weidet euch an meiner Schönheit, meinem Körper, meiner Überlegenheit, meiner Übermenschlichkeit, meinem Über-Ich. Zugleich sollt ihr wissen, dass ich kein Spiegelbild euresgleichen bin. Ich bin mehr. Ich bin besser – unerreichbar, in Ewigkeit, Amen. Der Schütze ist ein selbsternannter Messias, der sein eigenes Fleisch zur lebenden Statue meißelt, ein Blender, dem nur die verlorenen Fussballseelen folgen. Selbstsicher in seiner Arroganz, einer von denen da oben, keiner von uns. Während die Bilder immer wieder laufen, herrscht auf der gemütlichen Couch Normalbetrieb: Man trinkt, gähnt, lacht, tippt etwas ins Handy oder kratzt sich am Hintern.

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