Das Zeit- und Strafraum Kontinuum:
 Minute 47 – vom Eckigen ohne Rausch

Was bisher geschah:

Hier könnt ihr euch die bisherigen Einträge rund um die fünf Jungs, die vor dem Fernseher ein Fußballspiel verfolgen, durchlesen. Nun aber viel Spaß mit der aktuellen Ausgabe:


„…und das Eckige ist immer noch eckig, auch wenn die Stangen rund sind“, vollendet Adelmann den Satz. Die Fünf ersinnen jeder für sich das Eckige, bestehend aus zwei Stangen und einer Latte in ihrem Kopf: zwei gleich lange, parallel gegenüberliegende Stangen, je 2,44 Meter hoch, die eine Latte, 7,32 Meter breit, tragen. Ein Orthogon, dessen Winkelsumme 360 Grad beträgt.  Ein Rechteck, das eine riesige Trefferfläche bietet, etwa so groß wie ein Kleinlaster, ein Schiffscontainer, ein Scheunentor, ein Zugwagon oder ein Carport. 300 Fußbälle passen zugleich durch das Viereck. Es bietet unendlich viele Einschussmöglichkeiten, unendlich viele Wege für den Ball sein Ziel zu finden, unendlich viele Gelegenheiten für den Spieler den Ball zu versenken. Das Eckige, das Objekt der Torbegierde, ermöglicht ein grenzenloses Trefferfest.  (mehr …)

Das Zeit- und Strafraum Kontinuum:
Minute 46 – von Erdapfeln und Bällen

„Der Ball ist ein Erdapferl“, brüllt Posch. „Genauso wie die Erde eine Potsdamer Kartoffel, weil rund ist gar nichts.“ Posch plärrt seine Weisheit in den Raum. Die Freunde im gut gefüllten Wohnzimmer hörten ihn, so vermutet er, ansonsten nicht. Fünf Freunde, wie so oft vor dem modern in sich gebogenen High-Tech-Fernseher versammelt. Das Spiel vereinte sie wieder einmal, dafür kamen sie zusammen. Beim Spiel vergessen sie den Alltag. Beim Spiel ist alles andere Nebensache: 90 Minuten plus Nachspielzeit und Vorbesprechung. Hier jubeln sie, hier schreien sie, hier philosophieren sie, hier diskutieren sie, streiten sie, leiden sie, therapieren sich, berühren sich, begegnen sich. Hier sind sie Mensch, hier dürfen sie es sein.

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