In Würde altern dürfen in unserer Gesellschaft eigentlich nur noch Käse und Wein. Diesen Satz las ich kürzlich in einer Tageszeitung und obwohl er mir zwar sehr gut gefällt, kann ich mich mit der Botschaft nicht ganz anfreunden. Einerseits ist unsere Welt von Nostalgie befallen und wir halten an Altbewährtem fest. Andererseits herrscht ein Jugendwahn, gerade im Fussball gilt man mit 40 bereits als Auslaufmodell. Es gibt aber immer wieder Sportler, die beweisen, dass sie gerade am Ende ihrer Karriere zu Höchstleistungen imstande sind. Einer von ihnen ist Andrea Pirlo. Der sympathische Italiener übertrifft sich in Sachen Coolness Jahr für Jahr. Dieser Tage hat er seine Karriere beendet.
Nachdem ich ihn das erste Mal spielen sah, wollte ich meinen Beruf wechseln
Pirlo war die Antithese zum modernen Fussballer: Er schoss kaum Tore, war nicht besonders athletisch und seine Laufleistung war de facto nicht vorhanden. Seine größte Gabe war seine Denkfähigkeit. Auf dem Feld wirkte er wie ein Schachspieler, der seinem Gegner mehrere Züge voraus war. Aber auch auf seine Mitspieler hatte er eine besondere Wirkung. Gennaro Gattuso, seines Zeichens Blutgrätscher, beschrieb seine erste Begegnung mit Pirlo mit den Worten: “Nachdem ich ihn das erste Mal spielen sah, wollte ich meinen Beruf wechseln”. Als neutraler Beobachter stellt sich die Frage, ob diese zwei Herren dieselbe Sportart betrieben haben, ohnehin nicht.

Mit dem Monat November hat in den unteren Spielklassen bereits großteils die Winterpause eingesetzt. Doch bevor sich auch
Die Fünf sitzen in völliger Schockstarre vor dem Fernseher. Die erste Halbzeit: Eine Augenweide, ein Traum, ein Jahrhundertereignis, das Ereignis, Wahnsinn. Das Spiel rennt nochmals von der ersten bis zur letzten Minute durch ihren Kopf. Es scheint noch nicht vorbei zu sein. Sämtliche Szenen laufen wie ein Film vor ihrem geistigen Auge ab. Sie realisieren das eben Gesehene noch nicht. Das Ausgleichstor, kurz bevor der Schiedsrichter zur Pfeife griff, war eine Erlösung. Der folgende Jubel der Fünf ist verklungen. Nun versucht jeder für sich die ersten 45 plus 2 Minuten zu realisieren, ohne Erfolg: